Edinburgh ist eine Stadt, die sich ihrer Geschichte sehr bewusst ist – manchmal zu bewusst. Wer nur die Hauptattraktionen abarbeitet, erlebt eine gut inszenierte Touristenshow. Wer aber genauer hinschaut, findet dahinter eine Stadt, die tatsächlich so alt, so dunkel und so faszinierend ist, wie sie behauptet zu sein.
Edinburgh Castle – tausend Jahre auf dem Fels
Das Castle thront auf einem erloschenen Vulkan über der Altstadt – ein Anblick, der sich in keine andere europäische Hauptstadt fügt. Die Festung wurde im 12. Jahrhundert erbaut, aber der Fels darunter war schon in der Eisenzeit besiedelt.
Im Inneren lohnt vor allem eines: die Scottish Crown Jewels. Die Krönungsinsignien Schottlands – Krone, Zepter und Schwert – wurden 1707 mit der Vereinigung mit England versteckt und erst 1818 von Sir Walter Scott wiederentdeckt. Sie sind älter als die englischen Kronjuwelen und von einer schlichten, mittelalterlichen Würde, die die meisten Besucher überrascht.
💡 TippJeden Tag um 13 Uhr wird vom Castle ein Kanonenschuss abgefeuert – ein Überbleibsel aus dem 19. Jahrhundert, als Schiffe im Firth of Forth sich damit die Uhrzeit synchronisiert haben. Wer unten in der Stadt steht, hört und spürt ihn.
Die Royal Mile – vom Schloss zum Palast
Die Royal Mile verbindet auf knapp einem Kilometer Edinburgh Castle mit dem Holyrood Palace, dem offiziellen Residenzpalast des britischen Königshauses in Schottland. Die Straße existiert in dieser Form seit dem Mittelalter und heißt eigentlich Castlehill, Lawnmarket, High Street und Canongate – je nach Abschnitt.
Was die meisten Touristen übersehen: Die interessantesten Dinge befinden sich nicht auf der Royal Mile selbst, sondern in den Closes – schmalen Gassen, die rechts und links in die Häuser führen. Hier hat sich die mittelalterliche Stadtstruktur erhalten. Viele Closes tragen Namen, die von den Handwerkern oder Kaufleuten stammen, die dort lebten: Anchor Close, Fleshmarket Close, Mary King's Close.
Mary King's Close – die unterirdische Stadt
Unter der Royal Mile liegt eine der ungewöhnlichsten Sehenswürdigkeiten Schottlands: die unterirdischen Räume der Mary King's Close. Im 17. Jahrhundert wurden die unteren Stockwerke der Altstadt einfach zugemauert und neue Gebäude darüber gebaut – die alten Gassen und Räume blieben darunter erhalten.
Die Führungen durch diese unterirdischen Räume dauern etwa eine Stunde und nehmen einen mit ins Edinburgh des 17. Jahrhunderts. Pest, beengte Verhältnisse, das Leben der ärmeren Bevölkerung – und eine Atmosphäre, die sich kein Film besser hätte ausdenken können.
💡 TippTickets für Mary King's Close am besten online im Voraus buchen – die Führungen sind oft ausgebucht. Abendliche Touren sind atmosphärischer als Mittag, aber auch beliebter.
Greyfriars Kirkyard – der berühmteste Friedhof Schottlands
Der Greyfriars Kirkyard ist einer der ältesten Friedhöfe Edinburghs und einer der berühmtesten der Welt – nicht wegen seiner Größe, sondern wegen seiner Geschichten. Hier liegt unter anderem das Grab von George Mackenzie, einem berüchtigten Juristen des 17. Jahrhunderts, dem nachgesagt wird, noch heute durch den Friedhof zu geistern.
Bekannter ist aber Greyfriars Bobby: ein Skye Terrier, der nach dem Tod seines Herrchens im Jahr 1858 angeblich 14 Jahre lang täglich das Grab bewachte. Die Geschichte ist wahrscheinlich mehr Legende als Tatsache – aber die kleine Hundestatue am Eingang des Friedhofs gehört zu den meistfotografierten Motiven der Stadt.
Arthur's Seat – Panorama über Edinburgh
Wer einen halben Tag Zeit hat und gut zu Fuß ist, sollte Arthur's Seat besteigen – den 251 Meter hohen erloschenen Vulkan im Holyrood Park, direkt neben dem Stadtzentrum. Der Aufstieg dauert je nach Route 45 bis 90 Minuten.
Die Aussicht von oben ist das Beste, was Edinburgh zu bieten hat: die Altstadt mit Castle, der Firth of Forth in der Ferne, an klaren Tagen Fife und das schottische Hochland. Die Stadt, wie man sie nicht auf Postkarten sieht.
💡 TippFrüh morgens oder kurz vor Sonnenuntergang ist Arthur's Seat am schönsten – und am wenigsten überlaufen. Festes Schuhwerk ist Pflicht, der Weg ist uneben und bei Regen rutschig. Regen ist in Edinburgh jederzeit möglich.
Edinburgh ist eine Stadt, die man mehrfach besuchen muss, um sie zu verstehen. Jeder Besuch gibt neue Ebenen frei – neue Geschichten, neue Gassen, neue Perspektiven. Die Kronikus City Journey ist der beste Einstieg: geführt, interaktiv, und nah an dem, was Edinburgh wirklich ausmacht.
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